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Grußwort an die Gemeinde – April/Mai 2011

Das lange Warten auf Ostern – es lohnt sich…

So spät wie in diesem Jahr liegt das Osterfest höchst selten.
Ostern ist – im Gegensatz etwa zum Weihnachtsfest – ein bewegliches Fest, d.h. es wird jedes Jahr an einem anderen Termin gefeiert.

Der Grund hierfür ist die Orientierung am jüdischen Pessachfest. Dieses wird durch den jüdischen Mondkalender festgelegt, während wir uns nach dem Sonnenkalender richten. Am Vortag des Pessach- oder Paschafestes wurde Jesus gekreuzigt, am dritten Tag ist er auferstanden. So sind diese beiden Feste nicht nur kalendarisch, sondern auch biblisch aufeinander bezogen.
In einer relativ komplizierten Berechnung werden das jüdische Mondjahr und unser Sonnenjahr, die Auferstehung Jesu an einem Sonntag und der Frühlingsanfang am 21. März zur Bestimmung des Ostertermins miteinander verbunden.

Die Formel lautet: Ostern wird gefeiert am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-beginn. Dies führt zu erheblichen jährlichen Unterschieden: Der früheste Ostertermin kann der 22. März sein, der späteste der 25. April. Auf den 24. April, wie in diesem Jahr, fiel Ostern zuletzt im Jahr 1859.

„Jesus bringt Leben, Halleluja!“ heißt es in einem Osterlied aus Tansania (EG 116). Das ist der Kern der Osterbotschaft – Jesus bringt Leben!
Er bringt keine neue Religion, auch keine neue Auslegung alter Traditionen und keine neue Moral. Er bringt Leben, schlicht und ergreifend zugleich – einfach Leben, Halleluja!
Christus bringt Leben, das uns Menschen von Gott, dem Schöpfer des Lebens, von jeher zugedacht ist und das den Namen „Leben“ wirklich verdient.
Ein Leben, das im Meer des Alltags nicht untergeht, das in der Wüstenzeit des kargen Daseins nicht verloren geht und ein Leben, das selbst durch die Gewalt des Todes nicht vergeht.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass die Botschaft von diesem Leben bei uns allen ankommt, auch wenn wir in diesem Jahr etwas länger darauf warten müssen!

Ihr
Pfarrer Stefan Drechsler

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